Pressemitteilung
Als großen Erfolg bezeichnete Tim Markovic, Sprecher der GRÜNEN im Guldenbachtal, den gut besuchten Neujahrsempfang des Kreisverbands und Ortsverbandes der grünen Partei in Langenlonsheim. Vier Redebeiträge stimmten auf das Wahljahr 2026 in:
Julian Joswig, rheinland-pfälzischer Bundestagsabgeordneter von Mittelrhein, blickte kritisch auf die Arbeit der Bundesregierung und beschrieb die Herausforderungen grüner Politik in Berlin. Mit Ausblick auf das Jahr 2026 formulierte er:
„Was bedeutet das für die Landtagswahlen am 22. März?
Klimaschutz ist kein singuläres Ziel – es geht darum, eine zukunftsfähige Wirtschaft aufzubauen, neue Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit!
Und Energiepolitik ist auch Sicherheitspolitik. Solange wir abhängig sind, vom Öl der Scheichs und dem Gas der Oligarchen, ob dem Erdgas aus Russland oder dem LNG aus den USA – solange sind wir erpressbar!
Wenn wir das Klima schützen, unsere natürlichen Lebensgrundlagen, dann ist das letztlich auch Gesundheitspolitik, dann ist Klimaschutz auch Menschenschutz, liebe Freundinnen und Freunde!
Für die Bundespolitik in Berlin sowie die Landespolitik in Mainz gilt: es braucht Mut und Zuversicht!
Ich bin es leid, dass wir uns klein reden lassen. Schauen wir in die Ukraine, die Menschen dort kämpfen jeden Tag für ihre Freiheit.
Und wir? Wir diskutieren ewig über Kleinigkeiten und kommen nicht vom Fleck.
Aber wir haben so viel drauf in diesem Land! Jetzt heißt es, Ärmel hochkrempeln, gemeinsam den Karren aus dem Dreck ziehen und uns als Europäer behaupten. Das gilt genauso für Rheinland-Pfalz und zur Landtagswahl am 22. März!
Wir haben starke Kandidierende – allen voran mit Katrin Eder als Spitzenkandidatin, die Politik mit Herzblut, Engagement und Empathie macht!
Und starke Kandidaten vor Ort wie Franz Preis, den ich aus der Zusammenarbeit im Landesverband und durch sein wirtschaftspolitisches Engagement sehr schätze.
Und bis zum 22. März werden wir alles tun, für ein starkes Ergebnis in Rheinland-Pfalz zu kämpfen, uns weiter einzusetzen für Demokratie, für Klimaschutz und ein soziales Miteinander!“
Franz Preis, Direktkandidat der GRÜNEN in Wahlkreis 17 (Bad Kreuznach und VG Langenlonsheim-Stromberg) formulierte die Herausforderungen des Wahljahrs so:
„Lieber Tim, Lieber Karl-Wilhelm, Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Gäste, und ganz besonders: herzlich willkommen an unseren Bundestagsabgeordneten aus Rheinland-Pfalz – und Co-Vorsitzenden unserer Landesarbeitsgruppe Wirtschaft & Finanzen, in der ich auch mitarbeite, herzliche willkommen Julian Joswig.
Neujahr ist ja immer dieser Moment, in dem wir kurz Luft holen: Was war? – und was muss werden? Und ich komme gerade aus vielen Gesprächen der letzten Tage: aus verschiedenen Ortsgemeinden, von Neujahrsempfängen, von Begegnungen im Bus und in der Bahn, am Tresen, am Stammtisch. Und überall höre ich denselben Wunsch: Macht Politik wieder so, dass sie im Alltag funktioniert. Nicht nur in Mainz oder Berlin – sondern hier, bei uns.
Und genau deshalb steht diese Ansprache unter einem Motto, das ich bewusst wirtschaftlich formuliere:
„Klimaschutz: Mehr Netto vom Brutto.“
Denn Klimaschutz ist nicht der teure Luxus einer gut gemeinten Idee. Klimaschutz ist die Versicherung dafür, dass Leben bezahlbar bleibt – und Arbeit sich lohnt.
Mehr Netto vom Brutto – was heißt das konkret?
Es heißt: weniger Abhängigkeit von teuren Importen, weniger Abhängigkeit von Autokraten, weniger Preisschocks bei Energie, mehr Planungssicherheit für Betriebe und Familien. Es heißt: Strom und Wärme so günstig und stabil wie möglich machen – weil genau das am Ende im Portemonnaie ankommt. Und es heißt: Investitionen so zu gestalten, dass sie sich rechnen – für Handwerk, Mittelstand, Kommunen und private Haushalte.
Ich werde oft gefragt – und zwar wirklich oft:
„Warum kandidierst Du als Unternehmer für die Grünen? Du bist seit über 35 Jahren Unternehmer – ist das nicht aussichtslos?“
Meine Antwort ist klar:
Ich kandidiere genau deswegen. Weil ich weiß, wie hart sich Unsicherheit in der Realität anfühlt: wenn Energiekosten explodieren, wenn Regeln unverständlich sind, wenn Fachkräfte fehlen, wenn Genehmigungen ewig dauern. Und weil ich überzeugt bin: Eine moderne, klimaneutrale Wirtschaft ist nicht der Gegensatz von Wettbewerbsfähigkeit – sie ist ihre Voraussetzung.
Ich halte es nicht für unmöglich, unseren Wahlkreis zu gewinnen. Es ist sicher sehr ambitioniert – ja. Aber es ist möglich.
Nur: nicht als Einzelleistung. Sondern als Team. Es geht nur mit jedem einzelnen Menschen, der bereit ist, zu unterstützen: mit Zeit, mit Ideen, mit Gesprächen – und am Ende mit Stimme und Haltung.
Und ich ergänze bewusst: Noch wichtiger ist, dass wir möglichst viele Zweitstimmen holen, damit wir Grünen mit starker Stimme im Landtag vertreten sind – bestenfalls wieder in der Regierung. Denn dort entscheidet sich, ob Klimaschutz sozial, wirtschaftlich klug und planbar umgesetzt wird – oder ob wir weiter im Zickzack fahren.
Ich will hier und heute auch über Demokratie sprechen. Weil wir gerade erleben, wie Sprache kippt, wie Grenzen verschoben werden – und wie schnell man sich daran gewöhnt, dass Dinge „halt so laufen“.
Ein Beispiel hat mich in den letzten Wochen besonders beschäftigt: die Gründung einer neuen "Jugendorganisation" in Gießen. Dort waren nach Polizeiangaben rund 25.000 Menschen bei Gegenprotesten – der überwiegende Teil friedlich. Gleichzeitig wurden rund 1.000 als gewaltbereit eingeordnet; es gab verletzte Polizeikräfte.
Und ja: Das sage ich genauso klar, wie Ihr es von mir erwartet:
Gewalt ist niemals legitim. Nicht gegen Menschen. Nicht gegen Polizei. Nicht als „Mittel“. Punkt.
Aber dann kommt der zweite Teil – und der ist politisch entscheidend:
Teile der CDU haben danach nicht nur die Gewalt verurteilt (was richtig ist), sondern den demokratischen Protest in seiner Gesamtheit abgewertet – nach dem Motto: Wenn einige Gewalt ausüben, dann sei das „kein Einsatz für Demokratie“.
Und genau da läuft etwas schief.
Denn so werden die Feinde der Demokratie nicht klar benannt, aber die, die für Demokratie auf die Straße gehen, geraten in eine Art Gesamthaftung – wegen einiger weniger, die Grenzen überschritten haben.
Gleichzeitig ist der Kontext der Veranstaltung eindeutig: Der neue Vorsitzende dieser "Jugendorganisation" gilt als eng in rechtsextremen Kreisen vernetzt; der Brandenburger Verfassungsschutz stuft ihn als Rechtsextremisten ein – und die Vorgängerorganisation war als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
Und da sage ich:
Wer die Brandmauer ernst meint, darf nicht die Feuerwehr kritisieren, weil irgendwo ein Funke fliegt – sondern muss klar sagen, wo der Brand gelegt wird.
Für mich ist deshalb die Konsequenz klar – gerade, wenn die Brandmauer der CDU brüchig wird:
Die einzige verlässliche Antwort ist, Grün zu wählen.
Nicht aus Trotz. Sondern aus Verantwortung.
Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich etwas mit viel Feingefühl ansprechen.
Unser Kollege aus der SPD-Fraktion im Landtag, Michael Simon, ist am 31.12.2025 plötzlich verstorben. Er wurde 54 Jahre alt.
Für mich war er ein aufrechter, geschätzter Demokrat. Und auch mir gegenüber ist er stets freundlich, verbindend und respektvoll aufgetreten – selbst da, wo wir in der Sache unterschiedlich gedacht haben. So sollte Politik sein: klar in der Position, fair im Umgang.
Ich bitte Euch: Lasst uns diesen Respekt bewahren. Für seine Familie, für seine Weggefährten – und für unsere demokratische Kultur.
Und jetzt will ich mit einem einfachen Satz enden:
Wenn Ihr heute mit einem Gedanken nach Hause geht, dann mit diesem: Es kommt auf Dich an.
Auf Deine Stimme. Auf Deine Unterstützung. Auf Deinen Mut, im Alltag Haltung zu zeigen.
Klimaschutz heißt: Mehr Netto vom Brutto.
Für Familien. Für Betriebe. Für unsere Region.
Und Demokratie heißt: klare Kante gegen Rechts – ohne Relativierung, ohne Ausreden.
Vielen Dank – und auf ein gutes, erfolgreiches 2026.“
Karl-Wilhelm Höffler, Co-Sprecher der GRÜNEN im Ortsverband Guldenbachtal stellte den kommunalen Bezug beim Thema „Klimaschutz“ her:
„Alle reden vom Wetter, wir auch. Aber wir reden anders. Intensiver. Breiter angelegt. Und vor allem: nachhaltiger!
Wir reden nicht nur über die Kälte dieser Tage, wegen der einige Kolleg*innen sich heute leider krankgemeldet haben.
Wir sprechen über den Klimawandel, der zur Klimakatastrophe wird. Die Klimakatastrophe vernichtet Existenzen. Sie kostet Menschenleben, auch in Europa, auch in Deutschland, jedes Jahr. Sie raubt die Heimat von Menschen in Afrika, Asien, Amerika, Ozeanien. Migration wird zunehmen und wir stehen dabei in der Verantwortung zu helfen. Und der Klimawandel ist menschengemacht. Ein man-made Desaster.
Die Klimakatastrophe fordert auch von uns in den Kommunen Engagement. Die Energiewende in Deutschland muss gelingen. Das ist unser Beitrag, die Natur, die Wälder zu erhalten, damit sie nicht der Klimakatastrophe zum Opfer fallen. Die Errichtung von Windrädern gehört zu unserer Verbandsgemeinde und dient der Erhaltung der Natur.
Zum Klima, im Sinne der politischen Großwetterlage, gehört auch das erneute Auftreten der AfD in Januar in unserer Verbandsgemeinde. Darauf kann es nur eine Antwort geben: Wenn die Feinde der Demokratie sich formieren, müssen diejenigen, die unsere Demokratie verteidigen, zusammenstehen und deutlich Farbe bekennen.
Das Eintreten für Demokratie, für die Würde aller Menschen, für Diversität und Vielfalt in unserem Land gehört zum Markenkern der GRÜNEN.
Wir werden auch 2026 dafür eintreten! Dafür braucht es starke GRÜNE im Landtag!
Michaela Bögner und Vanessa Nick vom Kreisvorstand Bad Kreuznach der GRÜNEN dankten für das große Engagement der grünen Mitglieder auf allen politischen Ebenen und im schon laufenden Landtagswahlkampf.
v.i.S.d.P. Karl-Wilhelm Höffler, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Ortsverband Guldenbachtal, Sprecher, 11. Januar 2026
Foto Fritz Hegemann
von links:
Tim Markovic
Franz Preis
Vanessa Nick
Julian Joswig
Michaela Bögner
Karl-Wilhelm Höffler