"Wir brauchen Rahmenbedingungen, die es Frauen erleichtern, sich kommunalpolitisch zu engagieren und ein kommunales Mandat zu übernehmen. Das ist ein wichtiger Pfeiler der Gleichstellungspolitik und stärkt die regionale Entwicklung." Zum Internationalen Frauentag am 8. März fordern Frauen im Kreisverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bad Kreuznach die kommunale Politik, die Parteien, sowie Verwaltung und Gesellschaft zum Handeln auf.
"Der Anteil von Frauen in den Räten und Kreistagen liegt seit Jahren bei höchstens einem Drittel. Ebenso sind nur wenige junge Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund in den kommunalen Parlamenten vertreten. So findet ihre Lebenswirklichkeit entsprechend weniger Eingang in die Entscheidungen der kommunalen Ebene, obwohl sie das unmittelbare Lebensumfeld betreffen."
Deshalb sollen kommunale Parlamente mehr Rücksicht auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nehmen. Diese Initiative ist auch für die kommunalpolitisch aktiven Männer eine Erleichterung. So können angepasste und abgestimmte Sitzungszeiten die Vereinbarkeit erleichtern. Die Möglichkeit, Sitzungen auch online zugeschaltet zu werden oder sie vollständig online abzuhalten, sind weitere zentrale Schritte, es für mehr Menschen attraktiv zu machen, sich in der kommunalen Politik zu engagieren. Im Hinblick auf die nicht selten längeren Fahrtzeiten, die für Sitzungen der Verbandsgemeinderäte oder des Kreistages erforderlich sind, können solche digitalen Angebote entlastend und motivierend sein. Das gilt auch für junge Menschen, die oft noch nicht so mobil sind, wie es die Sitzungszeiten erfordern.
Gleichstellungspolitik ist ein Instrument zur regionalen Entwicklung. Dazu gehört es auch, kommunalpolitisches Engagement für Frauen, für junge Menschen, kurz für all die, die noch nicht so häufig in Räten vertreten sind, attraktiver zu machen. Je mehr unterschiedliche Sichtweisen in die kommunalen Entscheidungen eingehen und sie tragen, desto stärker werden sie akzeptiert und desto mehr Wertschätzung wird ihnen von den Bürgerinnen und Bürgern entgegengebracht. Das fördert regionale Entwicklung und deshalb sollte Gleichstellungspolitik vor Ort verankert und gefördert werden.